Uwe Bindewald zurück zur
Familie
„Einmal Eintracht, immer Eintracht“ – das waren die Worte von Uwe
Bindewald bei seinem Abschiedsspiel im Juli 2007. Nun steigt er als
Assistenztrainer bei der U 23 der Frankfurter ein.
Von Jörg Daniels
09. Juni 2010 „Einmal Eintracht, immer Eintracht“ – das waren die
Worte von Uwe Bindewald bei seinem Abschiedsspiel im Juli 2007. Auf
263 Bundesliga-Partien kann das 41 Jahre alte Frankfurter Fußball-Idol
zurückblicken. Müsste Bindewald erklären, was das Besondere an der
Eintracht, „meiner einzigen sportlichen Heimat“, ist, bräuchte er ein
„dickes Buch“. So viel Positives hätte der frühere Abwehrrecke und
Vorkämpfer auf dem Platz über seinen Lieblingsklub zu erzählen. Nun
schreibt der gelernte Gas- und Wasserinstallateur ein neues Kapitel
beim Traditionsverein: Wenn die U-23-Mannschaft des Bundesliga-Klubs am
28. Juni mit der Vorbereitung auf die kommende Regionalliga-Saison
startet, beginnt auch für Bindewald seine neue Tätigkeit als
Assistenztrainer von Oscar Corrochano.
„Für mich ist es der dritte Anfang – und die zweite Rückkehr zur
Eintracht“, sagt „Zico“. Schon einmal stand Bindewald, dessen Vertrag
zwei Jahre läuft, an der Seite des acht Jahre jüngeren Cheftrainers. In
der ersten Jahreshälfte 2008 bildeten beide für rund fünf Monate das
Trainergespann bei der U 19. Sehr zur Freude von Alexander Schur. „Mit
Uwe kommt ein weiteres Mitglied der Eintracht-Familie heim“, sagte sein
einstiger Bundesliga-Weggefährte damals zur Begrüßung. Doch anders als
auf dem Platz trennten sich die Wege schnell wieder. Denn Bindewald
nahm das Angebot zur Vertragsverlängerung nicht an – vor allem, weil es
finanziell nicht seinen Vorstellungen entsprach.
Eigene Fußballschule in
Dorheim
Dass das Bedauern bei Armin Kraaz über dessen Absage ernst gemeint
war, zeigte sich jetzt. Der heutige Leiter des Jugendleistungszentrums
unternahm einen neuen Anlauf. Und diesmal einigten sich beide Seiten.
„Ich bin zufrieden und Armin auch“, sagt Bindewald über das „akzeptable
Angebot“. Mit der Jobofferte der Eintracht hatte Bindewald „nicht
unbedingt gerechnet“. Auf der anderen Seite sei der Kontakt zu Kraaz
nie abgerissen, berichtet der ehemalige Erstliga-Profi.
In den vergangenen zwei Jahren war es um Bindewald ruhig geworden.
Die Anfragen, die er von Vereinen bekam, reizten ihn nicht. „Es war
nicht das, was ich will – und was ich brauche.“ Zu beschäftigen wusste
sich Bindewald, für den Giovanne Elber früher der unangenehmste
Gegenspieler war, trotzdem. In Friedberg-Dorheim leitet er eine eigene
Fußballschule. Und beim JFC Frankfurt, dem von „Charly“ Körbel
gegründeten Jugendfußballclub, trainierte Bindewald die D-Jugend in der
Kreisliga. Nun blickt er auf ein „lehrreiches und interessantes Jahr“
zurück. Wie seine Vorfreude groß ist auf die neue Herausforderung bei
der Eintracht. Spieler zu betreuen, die ein sehr gutes Niveau hätten
und bereit seien, „Gas zu geben, weil ihr Ziel der bezahlte Fußball
ist“ – „da gibt es nichts Schöneres“, findet Bindewald. „Es ist
wunderbar, dass es geklappt hat.“
Lob von früheren
Schützlingen
Der Umbruch in diesem Sommer bei der U 23 ist ein zusätzlicher Anreiz
für ihn. Schon 2008 war das Frankfurter Urgestein gut bei den Talenten
angekommen; der Spieler Mario Pokar nannte ihn damals einen „unserer
besten Assistenztrainer“. Bindewald ist für den Nachwuchs Vorbild und
Identifikationsfigur. Wenn er von Willensstärke spricht, weiß jeder, was
gemeint ist. Im Augenblick besitzt Bindewald die Trainer-A-Lizenz.
Bräuchte er irgendwann die Ausbildung zum Fußballlehrer, nähme er sie
wohl in Angriff. 18 Jahre verbrachte Bindewald, der als A-Jugendlicher
vom OFC kam, als Jugend-, Amateur- und Profispieler in Frankfurt. Nun
gibt es für ihn wieder ein Wiedersehen. Von der Eintracht wird Bindewald
nie loskommen.
Text: F.A.Z.
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